Nachhaltige Kosmetik: Der Clean-Beauty Guide. Vermeide diese 11 Inhaltsstoffe.

Das Angebot von "umweltfreundlicher", "grüner" Kosmetik wächst täglich. Hier findest du eine kleine Liste an Kriterien, die deine Produkte auf jeden Fall erfüllen sollten und welche schädlichen Inhaltsstoffe du unbedingt vermeiden solltest.


Immer mehr Firmen folgen dem Nachhaltigkeitstrend und verbannen Haut- und Umweltschädliche Inhaltsstoffe aus ihren Produkten. Leider gibt es noch nicht wirkliche Richtlinien die Begriffe wie "Clean Beauty" oder "Naturkosmetik" schützen.

Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir die Produkte, die wir kaufen, selbst genauer unter die Lupe nehmen.


Doch auch die Industrie hat verstanden, dass ihre Konsumenten bewusster geworden sind, und zu umweltfreundlicheren Produkten tendieren. Auf diese Tendenz reagieren einige Unternehmen mit grünem Marketing. Das Handelsgut sieht dann also nachhaltig und natürlich aus und wird auch so beworben - ist es aber nicht, sprich: Greenwashing.


Folgend habe ich dir einen kurze, grobe Übersicht zusammengestellt, die dir helfen soll schädliche Inhalte in Kosmetikprodukten zu filtern.


Welche Stoffe solltest du für einen umweltfreundliche und hautfreundlichen Lebensstil vermeiden und warum?


CLEAN BEAUTY GUIDE

Die Inhaltsstoffe eines Produktes sind in der INCI Liste angegeben, die sich direkt auf dem Produkt, der Verpackung oder dem Beipackzettel befindet.


Benzophenone (chemischer Sonnenschutz)


INCI Bezeichnung: Butyl Methoxydibenzoylmethane Oxybenzone, 4-Methylbenzylidene Camphor, Benzophenone-1 bis -4, die Silbe "benzo" ist immer ein Alarmsignal.


Dieser Inhaltsstoff wird in Sonnenpflege und anderen Produkten verwendet um die Farb- und Duftstoffe vor UV-Strahlen zu schützen.


Er steht im Verdacht hormonell wirksam zu sein und wurde mehrfach in Muttermilch nachgewiesen. Mehrere Tonnen nicht abbaubarer Sonnenschutz landet jährlich in unseren Meeren, was bedeutet, dass die chemischen UV-Protektoren auch im Meerwasser nachgewiesen sind.



Aluminiumsalze


INCI Bezeichnung: Alumina, Aluminium Chloride, Aluminium Stearate, Aluminium Powder, Cl77000


Aluminiumsalze werden in der Kosmetik hauptsächlich für Deodorants eingesetzt. Ihre adstringierende (zusammenziehende) Wirkung soll als Antitranspirant wirken. Die Salze werden jedoch von unserer Haut aufgenommen und stehen unter Verdacht, Alzheimer und Brustkrebs zu begünstigen.



Mineralöle, Paraffine, Synthetisches Glycerin


INCI Bezeichnung: Mineral Oil, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit, Ceresin, Vaseline


Stoffe, die auf Mineralöl basieren, kommen in fast jedem Kosmetikprodukt vor weil ihre Herstellung sehr günstig ist und der synthetische Inhaltsstoff generell gut verträglich ist.


In Naturkosmetik sind diese Inhaltsstoffe verboten, da sie auf der Haut liegen, die Poren verstopfen und keine positiven Auswirkungen auf die Haut haben. Im Gegenteil - die mineralölhaltigen Schicht, die sich bei Verwendung von Produkten mit dem Stoff bildet, ist eine hervorragende Basis für Bakterien und Keime. Die Haut fühlt sich durch den Film zwar vorübergehend gut an aber unter der Schicht bleibt sie unverändert und kann zudem, wegen der Mineralöl Blockade, auch keine Wirkstoffe oder Vitamine aufnehmen.



Parabene


INCI Bezeichnungen: Propylparaben, Btylparaben, Methylparaben, Ethylparaben, Isobutylparaben, Isopropylparaben


Parabene werden in der konventionellen Kosmetik verwendet, da sie das Wachstum von Mikrorganismen (z.B. Bakterien) hemmen und eine fungizide Wirkung haben (d.h. können Sporen und Pilze abtöten).


Da sie sich im Körper anreichern können und im Verdacht stehen, hormonell wirksam und krebserregend zu sein, sind sie in Naturkosmetik verboten.



Weichmacher, Phtalate


INCI Beschreibung: Diethyl Phthalate (Phthalsäureethylester; DEP), Diethylhexyl Phthalate, Di-n-Butylphthalat (DBP)


Phtalate kommen in Kosmetikprodukten vor um eine cremige Textur zu erhalten. Diethyl Phtalate werden häufig zur Vergällung von Alkohol verwendet. Deshalb kann es gut sein, dass Parallel zum Inhaltsstoff Alkohol Denat auch ein Phtalat zum Einsatz kommt.

Phtalate sind fett- und wasserlöslich und können leicht von der Haut aufgenommen werden und sich im Körper ansammeln.


Studien zufolge stehen sie im Verdacht, vor allem bei Männern, Unfruchtbarkeit auszulösen. Auch bei Frauen wurden hormonelle Störungen, die auf den Stoff zurückzuführen sind, festgestellt.



Silikone


INCI Beschreibung: Es gibt unzählige verschiedene Begriffe, die auf Silikone im Produkt hinweisen. Die Endung -methicone oder -siloxane ist generell immer inbegriffen.

Dimethicone, Trimethicone, Methicone, Amodimethicone, Polysiloxane


Silikone helfen dabei, dass sich ein Produkt gut auftragen und verteilen lässt. In Shampoos legen sie eine feine Schicht um die Haare, damit sich das Haar geschmeidig anfühlt und glänzt. Sie werden in höheren Mengen in Anti-Falten Cremes angewendet um die Falten kurz, vorübergehend zu glätten. Silikone täuschen also gekonnt einen Pflegeeffekt für Haut und Haar vor. In Realität aber blockieren sie Haut und Haar davor Pflegestoffe aufzunehmen.


Die flüssigen Silikone in Kosmetikprodukten gelangen außerdem täglich in unser Abwasser und da sie nicht zu 100% gefiltert werden können verbreiten sie sich auch immer mehr in Feldern und Gewässern.



Tenside


INCI Bezeichnung: Sodium-Lauryl-Sulfat, Sodium-Laureth-Sulfat, Ammonium-Lauryl-Sulfat, Sodium-Myreth-Sulfa{t


Tenside werden für die reinigende und schäumende Wirkung eines Produktes verwendet. Allerdings arbeiten sie auf eine sehr aggressive Weise und können Haut und Schleimhäute austrocknen.



Emulgatoren


INCI Bezeichnung: PEG (Polyethylenglykol), PPG, Ceteareth-8


Um eine Creme herzustellen, also Öl und Wasser zu verbinden, wird immer ein Verbindungsmittel (Emulgator) benötigt. Der am meisten verwendete Emulgator in konventioneller Kosmetik ist PEG (Polyethylenglykol). Dieser hat jedoch nicht nur eine verbindende Wirkung sondern auch eine schädliche Auswirkung auf die Haut.

Er stört den natürlichen Barriereschutz der Haut und macht sie durchlässiger für schädliche Umwelteinflüsse wie Gifte und andere Schadstoffe. Außerdem kann er die Haut bei regelmäßiger Anwendung zunehmend austrocknen.



Formaldehyd


INCI Bezeichnung: Triclosan, Sodium Hydroxymethylglycinate, Hexamidine Diisethionate, 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol, Quaternium-15


Formaldehyd ist in vielen kosmetischen Produkten als Konservierungsstoff enthalten. Da sie allerdings hochgradig Hautreizend sind und der Hautflora schaden verzichten immer mehr Hersteller darauf.



Mikroplastik


INCI Beschreibung: Acrylate Copolymer (AC) Acrylate Crosspolymer (ACS) Dimethiconol Methicone Polyamide (PA, Nylon) Polyacrylate (PA) Polymethylmethacrylate (PMMA) Polyquaternium (PQ) Polyethylene (PE) Polyethyleneglycol (PEG) Polyethyleneterephthalate (PET) Polypropylene (PP) Polypropyleneglycol (PPG) Polystyrene (PS) Polyurethane (PUR) Siloxane


Mikroplastikpartikel sind kleine oder flüssige Bestandteile in Kosmetikprodukten die als Füllstoff, Schleifmittel oder Bindemittel dienen. Leider gelangen sie über den Abfluss direkt in unsere Gewässer.


Mikroplastik ist ein riesiges Thema, über das ich zukünftig sicher nochmal in einem eigenen Blogartikel schreiben werde. Das Video unten von Greenpeace fasst es aber vorzeitig schonmal ganz gut zusammen:



Achte außerdem unbedingt darauf, dass alle Produkte, die du für deine Schönheitsroutine verwendest TIERVERSUCHSFREI sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass für unser eigenes Wohlbefinden, keine anderen Lebewesen Schaden tragen sollten.


Dies ist nur eine sehr weitläufige Zusammenfassung aber ich hoffe du hast etwas mehr Einblick in das Thema bekommen. In den nächsten Monaten werde ich in einige der Inhaltsstoffe noch tiefer eingehen.


Aber keine Angst du musst dir nicht alle diese Begriffe und Inhaltsstoffe merken. Es gibt zum Glück schon gut entwickelte Apps auf dem Markt die den Filterprozess für dich übernehmen z.B. Tox Fox, Codecheck, Cosmile, Hautschutzengel, thinkdirty, clean beauty von Officinea, Skin Deep von EWG. Mit den meisten Apps kannst du im Shop den Barcode des Kosmetikartikels abscannen und bekommst dann direkt die Info wie "grün" das Produkt wirklich ist.


Auch in meinen Beauty Coachings arbeiten wir ausschließlich mit Produkten, die alle Clean Beauty Kriterien erfüllen. All meine Tiegelchen, Farben und Cremes habe ich in meinem Studio ausführlich getestet und geprüft.


Wir schauen in deinen Beauty Bag hinein, um zu sehen welche Artikel wir durch nachhaltige Versionen ersetzten können und was wirklich essentiell für dich ist.


Wenn du in Zukunft noch mehr über dieses Thema erfahren möchtest kannst du gerne meinen Newsletter abonnieren oder mich in meinem Studio für ein Coaching besuchen.



Links und Quellen zum Thema:


Greenpeace zum Thema Mikroplastik

Mehr zum Thema Mineralöle

Stiftung Warentest über Mineralöle in Kosmetik

Inhaltsstoffe Datenbank

Film zum Thema Green Washing (The Green Lie)

Ethik.Guide über Tierversuche













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